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Die EU verbietet PFAS - und jetzt?

Im Anschluss an die Online-Podiumsdiskussion "Die EU verbietet PFAS - und nun?", die vom regionalen Industrieverband wvib organisiert wurde, hat die Badische Zeitung das mögliche pauschale Verbot in den Fokus gerückt. Katharina Meyer, Redakteurin im Ressort "Wissenschaft und Medizin", veröffentlichte ihren Artikel "Mittelständler schlagen Alarm wegen PFAS-Verbot" - ein aus unserer Sicht notwendiger Schritt zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte, die derzeit noch fehlt.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wir sind nicht gegen eine Regulierung und bestehen nicht auf einem bestimmten Ansatz. Sutter fordert lediglich eine Art der Regulierung, die einem Realitätscheck standhält und dem Ziel dient, ohne an anderer Stelle immensen Schaden anzurichten.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat sich zum Ziel gesetzt, die Freisetzung von PFAS in die Umwelt durch eine vorgeschlagene Beschränkung für fast 10.000 chemische Substanzen auf Null zu reduzieren. Die ECHA hat auch Ausnahmen von der Beschränkung definiert. Das Ergebnis war der Ausschluss von drei Produktgruppen aus dem weiteren Verfahren: Pestizide, Biozidprodukte und Arzneimittel. Alle drei Produktgruppen dienen weitgehend dem Schutz der Gesundheit und der Heilung oder Verhütung von Krankheiten in unserer Gesellschaft. Diese Ziele gelten zweifelsohne auch für Medizinprodukte. Die vorgeschlagene Beschränkung schließt jedoch hochregulierte medizintechnische Produkte nicht aus, sondern wirft sie mit Konsumgütern und anderen Industrieprodukten in einen Topf. 

Unsere Präzisionsinstrumente für die minimalinvasive Chirurgie sind Nischenprodukte, keine Konsumgüter wie Einweg-Kaffeebecher, Outdoor-Kleidung oder Teflonpfannen. Letztere werden in riesigen Mengen hergestellt und im Gegensatz zu unseren Medizinprodukten am Ende ihres Lebenszyklus unkontrolliert entsorgt. Die Stoffe PTFE, ECTFE und PVDF, die Sutter in unseren Herstellungsprozessen verwendet, sind chemisch stabile, ungiftige, biologisch nicht abbaubare, nicht wasserlösliche und nicht bewegliche Fluorpolymere. Der Bereich der Medizintechnik ist einer der Bereiche mit der geringsten Wahrscheinlichkeit für eine technische Substitution. Warum ist das so? Weil die von uns verwendeten Stoffe biokompatibel, thermisch extrem stabil, chemisch inert und elektrisch hoch isolierend sein müssen - mit anderen Worten, sie müssen persistent sein.

Die optimistische Einschätzung von Diskussionsteilnehmerin Jutta Paulus, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Grünen, dass es eine recht großzügige Regelung für die Medizintechnikbranche geben könnte, teilen wir leider nicht. Warum gab es eine solche großzügige Regelung nicht von Anfang an? Unsere einzige Möglichkeit, uns zum Wohle der Patienten und unserer Mitarbeiter Gehör zu verschaffen, besteht darin, bis zum 25. September 2023 wissenschaftliche und technische Informationen über die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PFAS in unseren Produkten an die ECHA zu übermitteln. Das haben wir natürlich getan, parallel dazu auch über SPECTARIS, den Deutschen Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik. Der Ausgang ist ungewiss, langfristige Planungssicherheit ebenso. Die vorgesehene Frist für Ausnahmen von bis zu 12 Jahren ist ebenso sinnlos, nicht nur im Hinblick auf die fehlenden Alternativstoffe in unserem Fall, sondern auch, was die Lieferketten angeht - eine garantierte Verfügbarkeit von PFAS für den gewährten Zeitraum ist mehr als fraglich.

 

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